Storchenbräu Pfaffenhausen: Weißstorch Hefeweizen 5,2% Vol: Neu und doch traditionell

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Eine spannende Entdeckung auf dem traditionellen Weißbiersektor möchte ich Euch hier nicht vorenthalten: Vor kurzem auf dem Fränkischen Bierfest in Franken anwesend, konnte jeder in den Genuss von Hans Roths letzter Kreation kommen, seinem neuen, nach traditioneller Weise gebrauten Hefeweizens namens Weißstorch. Da ich im Urlaub weilte und ihn nicht angetroffen habe, hat er mir einige Proben zukommen lassen. Danke dafür. Denn der erste unvoreingenommene Versuch ohne Hintergrundinfo war erstaunlich. Hier meine Notiz:

Farbe: Bernstein, hefetrüb.

Nase: Präzise Fruchtnoten nach reifen Bananen, Marillen (eingekocht, Marmelade), Cerealien (Getreide), frisch duftendes Hefegebäck, individuelle, sehr fruchtige Hefearomaromatik.

Gaumen: Zuerst sehr spritziger Antrunk, der in klare Fruchtaromatik aus reifen Aprikosen und Pfirsichen, feiner Banane und runden Karamellnoten übergeht. Vollmundige Fruchtfülle am Gaumen wird durch erfrischende Spritzigkeit animierend begleitet. Präzise Frucht- und Getreidenoten machen den Weißstorch zu einem spannenden und individuellen Vertreter unter den echten Hefeweizen. 5 von 6 BBBB-Punkten.

Nun aber zum Hintergrund:

Langes Rumtüfteln mit seinem Braumeister führte zu diesem Bier. Zwei Jahre lang Probesude, verschiedene Gärverfahren getestet, maximale Fruchtigkeit wurde angestrebt, keine Pasteurisierung, da diese doch immer einen gewissen Beigeschmack hinterlässt. Zitat Hans Roth: „Bei uns ist dies möglich, da wir einen kleinen Radius von max. 30 Km bedienen und somit den Frischezyklus bzw. das MHD im Griff haben. Bei einem thermisch unbehandelten „echten Hefeweissbier“ setzt sich die Hefe nach ca. 1 Woche in der Flasche ab.

Und dies habe ich versucht, auf dem Bild deutlich zu machen, denn es ist entstanden, als die Hefe gerade am Absinken war. Ich kann mich noch erinnern, früher war das immer so. Aber bei den neuen Turbo-Weizen großer Industriebrauereien entsteht die Trübung durch die Erhitzung, die Eiweißmoleküle platzen, sorgen für eine permanente Trübung. Jeder Fernsehbiertrinker sieht ’naturtrübes‘ Hefeweizen und denkt, das ist gut so… Dass diese Biere aber gar nicht mehr klar werden, kriegt sowieso keiner mit… Und mit dem neuen, ‚alten‘ Weißstorch kann man dies den Industriebiertrinkern anschaulich erklären (falls es jemanden interessieren sollte).

75% Weizenanteil erhöhen nochmal die Fruchtigkeit, das Bier ist absolut Präzise in der Aromatik, und ich kann jedem empfehlen, der mal zwischen Augsburg und Memmingen unterwegs ist, sich damit einzudecken.

 

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