Schottland: Islay Ales – Ein Besuch bei Walter Schobert

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Eigentlich ist der Name Professor Walter Schobert allen whisky-affinen Genussmenschen ein Begriff. Deutscher Whisky-Papst fällt schon mal, nicht nur aufgrund seiner Vielzahl an Veröffentlichungen und Verkostungen aus dem Bereich Whisky. Dass der ehemalige Direktor des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt nach seiner Pensionierung zusammen mit Paul Capper und Paul Hathaway auf der schottischen Whisky-Insel Islay die Brauerei Islay-Ales betreibt, ist den wenigsten bekannt.

Gegründet im Jahr 2004, haben sich die drei zur Aufgabe gemacht, den unzähligen Whisky-Pilgern auf der Insel individuelle Biere vor Ort anbieten zu können. Gebraut wird hier zweimal pro Woche, immer dienstags und freitags. Etwa 1200 Liter entstehen so pro Woche. Auf die Frage nach der Größe der Brauanlage, bekam ich zur Antwort, dass man hier in Barrel (etwas mehr als 150 Liter) rechnet und man mit einer Vier-Barrel-Blase arbeite.

80% der Produktion wird in Flaschen abgefüllt, die inzwischen auch auf dem Festland (oder den Caledonian MacBrayne-Fähren) verfügbar sind. Die 20% Fassbiere werden komplett auf der Insel gezapft.

IslayAles2aProduziert werden hier klassische ‚Real Ales‘, in ihrer Machart durchaus in etwa mit klassischen obergärigen bayerischen Weizenbieren vergleichbar. Die obergärigen Ales kommen nach ihrer Herstellung in die sogenannten ‚Conditioning‘-Räume, wo sie wie Klassisches Weizenbier fertigreifen.

Walter Schobert sieht es als Manie der deutschen Brauer an, die behaupten, die Herstellung von Bier müsse man lernen oder studieren. Seiner Meinung nach müsse man nur lesen können und sich demütig an die Rezepte halten, dann klappt’s auch mit den Bieren. Die eigenen Islay-Ales werden in der Regel nach dem Bayerischen Reinheitsgebot hergestellt, allerdings arbeite man ab und an auch mal mit Gewürzen.

Auch auf Islay wird die Idee eines rein-regionalen Islay-Ales verfolgt. Dass Gerste auf der Insel angebaut wird, ist vor allem den Whisky-Liebhabern bekannt. Neuerdings wächst im Community Garden direkt hinter der Brauerei eigener Hopfen und man hofft, demnächst – die Reife auf der Hebriden-Insel vorausgesetzt – ein Bier, ausschließlich mit Rohstoffen von der Insel, anbieten zu können. Heute kommen spezielle Malze aus England oder schon auch mal von Weyermann aus Bamberg. Die Hopfensorten kommen aus Kent, Australien, den USA und Tschechien.

Neben den klassischen Pale und Brown Ales sowie einem Stout ist man vor einigen Jahren dazu übergegangen, in Kooperation mit den Whiskybrennereien Biere anzubieten. Zusammen mit Kilchoman entsteht ein dunkles, rauchiges Ale, das mit der getorften Gerste der Brennerei hergestellt wird. Ein Ale für Bowmore wird in deren Holzfässern gelagert und erhält dadurch einen intensiven, malzig-leicht rauchigen Touch.

Durch die Bank entstehen hier interessante und individuelle Real Ales, die es sich alle zu Probieren lohnt. Auch der britischen CAMRA, der ‚Campaign for Real Ale‘ sind die Biere regelmäßig eine lohnende Erwähnung wert.

Wer also mal die Insel Islay besucht, sollte es nicht verpassen, vorbeizuschauen. Die Brauerei ist zentral etwas nördlich des Örtchens Bridgend in einem kleinen Areal für andere lokale Handwerksbetriebe, dem sogenannten ‚Islay House Square‘ gelegen. Auch die dort verkaufte Marmelade ist wirklich sehr lecker.

Weitere Infos auch unter http://www.islayales.co.uk

 

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3 Gedanken zu “Schottland: Islay Ales – Ein Besuch bei Walter Schobert

    • Hi Armin,
      schade, Dass Du so negativ urteilst. Was meinst Du, woher die Bilder sind? Wenn Du die Flaschen anschaust, siehst Du an der linken auch genau, wann die Bilder entstanden sind. Walter und seinen Nachbarn erkennst Du ja sicher auch auf den Bildern. Nach persönlicher Aussage von Walter ‚gehört‘ die Brauerei drei Teilhabern, von denen Du zwei auf den Bildern siehst. Den dritten kommuniziert Walter auf seiner Seite. Ich werde ihn aber nochmal kontaktieren, um die Personalien und Besitzverhältnisse detailliert zu klären. Viele Grüße, Harald

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